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Die Katholische Seite September 2012

„Unsere Kultur ist in die Jahre gekommen, unsere Kirchen sind groß und leer, die kirchliche Bürokratie nimmt zu, unsere Rituale und Gewänder sind pompös“

 

verstorbener Kardinal Martini

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Liebe Mitchristinnen, liebe Mitchristen!
 Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Die Kirche vermittelt leider nach außen hin oft einen falschen Eindruck. Ich habe in dieser Ausgabe das Zitat des verstorbenen Kardinal Martini genommen, da es uns zum Nachdenken anregen sollte. Sehen wir uns die einzelnen Aussagen  etwas genauer an.

Unsere Kultur ist in die Jahre gekommen:

Ist es wirklich die Kultur, die in die Jahre gekommen ist? Sind es nicht eher wir, die wir unsere Kultur möglichst zu ersetzen zu versuchen? Vielleicht ein kleines Beispiel: Heute möchten viele Menschen nicht mehr heiraten viel mehr suchen sie sich sogenannte „Lebensabschnittspartner.“ Ist unsere Kultur in die Jahre gekommen, oder vielleicht doch eher jene Menschen, die die Kultur nicht zu erhalten versuchen?  

Unsere Kirchen sind groß und leer:

Ja unsere Kirchen sind leider oftmals leer, nicht nur weil einige Menschen den Weg der katholischen Kirche nicht mittragen möchten, sondern vor allem auch weil Gott in vielen Situationen unseres Lebens oft „keinen Platz“ bekommt. In den Familien, wird oftmals nicht mehr gebetet, geschweige denn am Sonntag eine Stunde Gott gewidmet durch die Mitfeier der Hl. Messe.

Sind unsere Kirchen nicht auch deshalb leer, weil die Menschen nicht mehr nach dem Willen der Hl. Schrift sondern nach ihren eigenen Geboten leben wollen? Die 10 Gebote haben nur wenige Worte, und sagen doch so viel. Die EU-Verordnung über die Krümmung der Gurke hat unzählige Wörter, und bereichert unser Leben doch so wenig.  

Die Kirchliche Bürokratie nimmt zu:

Warum? Sind es nicht die Mitglieder der Kirche, die sich selbst so viel Bürokratie aufzwingen? Sind es nicht die Verantwortlichen in den verschiedenen Diözesen, die versuchen Müssen den Gläubigen den Gottesdienstbesuch zu ermöglichen. Auch das ist Bürokratie. Woher bekommt der Bischof Priester für das Volk, das Volk Gottes, für uns?

Unsere Rituale und Gewänder sind pompös:

Bedenken wir, dass der Gottesdienst bzw. die Hl. Messe immer zur Ehre Gottes gefeiert wird, daher ist der Gottesdienst etwas besonderes. Er hat Elemente, die prunkvoll und ausgeschmückt sind, nicht für uns sondern zur Ehre Gottes. Aber achten sollte die Kirche schon drauf, dass Gott nicht aus dem Zentrum der Messe rückt. Vor Gott sind wir alle gleich, daher müssen wir aufpassen nicht zu sagen ich gehe zur Hl. Messe weil sie (z. Bsp.) XY feiert, sondern jede Hl. Messe ist einzigartig, dennoch muss es irrelevant sein, ob die Messe von einem Priester, Bischof oder Kardinal , oder dem Diener Gottes gefeiert wird. Nach außen hin kann es sein, dass die Kirche einen falschen Eindruck vermittelt, und die Menschen sich fragen wozu der Prunk und die Gewänder, und das sonstige.

Im Film Schindlers Liste fragt sich Schindler gegen Ende, wie viele Menschen gerettet hätten werden können, wenn er auch noch sein Auto verkauft hätte?
Wandeln wir den Satz um auf die Kirche, so könnte man sich doch fragen, wie viele Menschen gerettet hätten werden können, wenn die prunkvollen Gewänder nicht angeschafft worden wären?

Ist dies eine Berechtigte Frage, steht nicht Gott im Zentrum der Hl. Messe?

Aber wenn wir die Bischöfe und die Kirche fragen, ob hier nicht Menschen gerettet hätten werden können, müssen wir zunächst bei uns selbst anfangen. Wie viele Dinge besitzen wir hier auf der Erde, die wir eigentlich nicht brauchen? Hätten wir nicht auch dieses Geld für die Armen verwenden können und sollen?

Ihr Euer Christoph Putz
Die Nächste Ausgabe der Katholischen Seite kommt Anfang Oktober.

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